Große Exkursion SoSe 2017

Alpen-Exkursion 2017: Wasser als Ressource

Die Erderwärmung könnte bis zum Jahr 2100 zwei Drittel aller europäischen Gletscher zum Schmelzen bringen. Europa würde dann zu den Kontinenten gehören, die von der Gletscherschmelze am stärksten betroffen sind (Marzeion et al., 2012). Eisverluste dieses Ausmaßes werden beachtliche Auswirkungen auf die regionalen Wasserverhältnisse und die Verfügbarkeit von Wasser haben. Einerseits ist dies besonders relevant für die intensive Landwirtschaft, den Anbau von Sonderkulturen, der über alte Kanalsysteme bewässert wird. Andererseits erwarten die Bäuerinnen und Bauern durch die steigenden Temperaturen verbesserte Wuchsbedingungen in den Höhenlagen. Gletscher haben aber auch eine kulturelle und touristische Bedeutung für die Bevölkerung der Region.

Im Rahmen dieser Gelände-Übung soll eine Landschaftsökologische Analyse und Bewertung des Alpinen Hochgebirges als fragiles Ökosystem durchgeführt sowie die damit verknüpften gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesse analysiert werden. Schwerpunkt dabei sind Ressourcennutzungsprobleme: Mensch-Umwelt-Probleme in den Alpen und Gletscher im Mensch-Umwelt-Kontext mit regionalem Bezug auf die natur- und kulturräumlichen Gegebenheiten im Martelltal, Italien.

Im Gelände und abends werden Messungen am Gletscher sowie Befragungen und Kartierungen in den Siedlungen durchgeführt und Referate gehalten. Entsprechend des alpinen Charakters des Exkursionszieles werden körperliche Fitness und gebirgstaugliche (Wander-) Ausrüstung vorausgesetzt. Italienisch-Kenntnisse sind zwar von Vorteil. Der südtiroler Raum ist jedoch weitgehen deutsch-sprachig, so dass das Verständnis von regionalen Dialekten ebenso hilfreich sein kann.

Die Gelände-Übung findet vom 24. August bis 04. September statt. Die Vorbesprechung ist in der ersten Woche des Sommersemesters. Ein Block-Seminar voraussichtlich am langen Wochenende 25. bis 28. Mai dient zur Vorbereitung der Arbeiten im Gelände.

Dies ist eine gemeinschaftliche Veranstaltung der Universitäten Bremen (Ulrike Falk) und Hamburg (Martina Neubürger).