Geographisches Kolloquium am 12.04.2017

"Ertrunkene Landschaften – paläoökologische Untersuchungen am Nordseegrund"

Dr. Felix Bittmann (Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (NIhK))

Während der letzten Kaltzeit lag der Meeresspiegel weltweit ca. 130 m tiefer und das Nordseebecken war Festland. Mit dem Abschmelzen des skandinavischen Eisschildes stieg der Meeresspiegel an und überflutete das Nordseebecken. Vor 7000 Jahren verlangsamte sich der Anstieg und ist seither weitgehend durch Wärmeausdehnung des Wassers bedingt. Pollen- und makrorestanalytische Untersuchungen an Torflagen und -geröllen aus der Nordsee geben Zeugnis von der einst vorhandenen Vegetation und liefern Daten über den Verlauf des Meeresspiegelanstiegs. Archäologische Funde machen zudem deutlich, dass bei Aktivitäten wie dem Bau von Windkraftanlagen oder der Verlegung von Kabeltrassen auch Belange des Denkmalschutzes berührt werden. Zur Verbesserung des Kenntnisstandes wurde daher eine Bestandsaufnahme aller Funde durchgeführt und potenzielle Siedlungsgebiete unter Berücksichtigung geologischer und topographischer Gesichtspunkte kartiert. Aktuell finden im Verbundprojekt WASA multidisziplinäre Untersuchungen im Gebiet um Norderney und Spiekeroog statt, um das Archiv Wattenmeer hinsichtlich der Genese alter Landoberflächen mit hoher Besiedlungswahrscheinlichkeit auszuwerten.


Datum: Mittwoch, 12.04.2017

Ort: GW2 B1150

Uhrzeit: 16.15 Uhr


Alle Interessierten sind herzlich wilkommen!