Geographisches Kolloquium am 15.11.2017

"Urban Gardening, Gerechtigkeit und die Kultur kooperativer Stadtentwicklung"

Martin Sondermann, Akademie für Raumforschung und Landesplanung

Wie funktioniert das angestrebte Ideal kooperativer Stadtentwicklung in der Praxis? Am Beispiel von Urban Gardening kann beobachtet werden, wie unterschiedlich die praktische Zusammenarbeit von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung ist: Während mancherorts bis heute Straßenbegrünungen (Guerilla Gardening) entfernt werden, fördern andere Stadtverwaltungen diese bereits seit den 1980er Jahren und arbeiten mit den engagierten Gärtner*innen konstruktiv zusammen. Um derartige Unterschiede zu erklären wird eine kulturgeographische Perspektive auf Stadtplanung eingenommen und aufgezeigt, wie die beteiligten Akteure Räume sozial (ko-)produzieren und welche Sinnsysteme ihrem Handeln zu Grunde liegen. Räumliches Planen wird dabei – im Sinne eines cultural turn in der Planungswissenschaft – als kulturelles Handeln verstanden. Illustriert an Beispielen aus Athen, Düsseldorf, Hannover und Lissabon werden Potenziale und Grenzen kooperativer Stadtentwicklung hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit kritisch diskutiert.

Datum: Mittwoch, 15. November 2017

Ort: GW2 B1150

Uhrzeit: 16:15 Uhr

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!